Ist Sport, insbesondere Ausdauersport, gefährlich?

Ist Sport, insbesondere Ausdauersport, gefährlich?

Gesundheitszentrum Oberammergau Gastgeber für Ärztesymposium bei König-Ludwig-Lauf

Oberammergau. Ist Sport wirklich gesund oder hatte der einstige britische Premierminister Sir Winston Churchill Recht, der sein hohes Alter (91 Jahre) angeblich darauf zurückführte, dass er nie Sport betrieben habe? Von vielen wird das immer gerne als Argument genannt, wenn man keine Lust hat oder einfach zu bequem zu sportlicher Betätigung ist. Ist Sport, insbesondere Ausdauersport, wirklich gefährlich?

Diese Frage war Thema des sportmedizinischen Symposiums anlässlich der 21. Weltmeisterschaft für Ärzte und Apotheker, die traditionell immer in Verbindung mit dem König-Ludwig-Lauf stattfindet. Gastgeber war auch in diesem Jahr wieder das Aktiv- und Vital-Hotel am Kofel im Gesundheitszentrum Oberammergau. In der Person von Dr. Matthias Riedel, Chefarzt Kardiologie der Fachklinik am Kofel im Gesundheitszentrum Oberammergau, hatte man einen idealen Referenten für dieses Thema gewinnen können. Schließlich beruht die Behandlungs-„Strategie“ der Fachklinik am Kofel auf den drei Säulen Bewegung, Entspannung und Ernährung. Am Gesundheitszentrum Oberammergau sind auch, in Kooperation mit dem TSV Oberammergau, eine Reha- und eine Herzsport-Gruppe etabliert.

Wie Dr. Riedel in seinem Referat erläuterte, hat sich die Sicht der Mediziner zum Thema „Sport“ bei kardiologischen Erkrankungen, auch bei Infarktpatienten, im Laufe der Zeit erheblich verändert. Während z. B. früher nach einem Herzinfarkt über Wochen strikte Bettruhe angeordnet wurde, wird heute der Patient so schnell wie möglich „aktiviert“, denn es ist auch durch Studien belegt, dass Bewegung erhebliche positive Auswirkungen auf Herz- und Kreislauftätigkeit hat und die Sterblichkeitsrate senkt.

Die größte Bedeutung von sportlicher Betätigung liegt natürlich in der Prävention. Radfahren und Laufen sind im Sommer die präventivmedizinisch gesündesten Sportarten. Im Winter ist dies der Skilanglauf. Dabei ist natürlich nicht an exzessives Training gedacht.

Noch kurz zu Churchill: Den Satz hat er, falls überhaupt gesagt, vermutlich spaßhaft gemeint. Denn er war in jungen Jahren als Fechter, Schütze, Reiter und Polospieler sportlich aktiv. Und noch zwei Tage vor seinem 74. Geburtstag nahm er hoch zu Ross a einer Fuchsjagd teil.

 

BU:

Auch beim Ärztesymposium im Gesundheitszentrum oberammergau ist das „Urgestein“ des König-Ludwig-Laufs, Hans Reicherl (Mitte) nicht wegzudenken. Auf unserem Foto mit dem Mitbesitzer des Gesundheitszentrums Oberammergau, Ulrich Tonak (rechts), und dem Referenten, Dr. Matthias Riedel (links), Chefarzt Kardiologie der Fachklinik am Kofel im Gesundheitszentrum Oberammergau. foto: gzo

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